Pirates und Ninjas

Matters of small concern should be treated seriously; matters of big concern should be treated easily. (Hagakure, zitiert nach Ghost Dog)

Wo viel Information ist, dort rauscht’s auch ganz gewaltig. Nicht nur am Buffet, auch im Internet werden die unglaublichsten Schlachten ausgetragen: schon lange, bevor Kämpfe zwischen Orks, Zwergen, Elfen und ähnlichem Geziefer in simulierten 3D Welten neue Einkommensmodelle für Gamedesigner und virtuelle chinesische World of Warcraft Bergarbeiter ermöglichten, richteten Geeks und Nerds ihre Aufmerksamkeit auf eine hochgradig theoretische Frage: Wem fiele der Sieg anheim in einer fiktiven Schlacht zwischen Piraten und Ninjas?

Die Google Suche nach „Pirates Ninjas“ ergibt nicht weniger als 1,6 Millionen Ergebnisse, was wohl eindeutig für die Gravität, Ernsthaftigkeit und vor allem Langlebigkeit des Themas spricht. Von der dramatischen Inszenierung des immerwährenden virtuellen Kampfes ganz im Stile historischer Re-Enactments auf Youtube über ausführliche Wikipedia-Einträge bis hin zu satirischen Feiertagen (seit 1995 fungiert der 19.9. als „Talk Like a Pirate eDay“, dem 2003 der 5. Dezember als „Ninja-Day“ folgte) hat die Auseinandersetzung zwischen den flinken, nahezu unsichtbaren asiatischen Killern mit den bunten, lauten, häufig betrunkenen und schatzkarten-zeichnenden Piraten überall ihre Spuren hinterlassen. Wenn du ihn siehst, ist er kein Ninja – und wenn er nicht „Arrr arrr“ sagt, kein Pirat.

Die stereotypen Antagonisten repräsentieren hier ausnahmsweise mal nicht Gut und Böse, sondern zwei Grauzonen, die in voller Wucht aufeinander treffen. Und totale Sinnentleerung soll beim einen oder anderen Zen-Buddhisten schon öfter mal zur spontanen Erleuchtung geführt haben…